Abschied von den norwegischen Gastschülern

Liebe Paul-Natorp-Schüler*innen,

hier folgt einen kleinen Abschiedsbrief von euren geliebten Norwegern. Vielleicht wäre es gut, wenn wir uns erst ein bisschen präsentieren. Wahrscheinlich hast du uns in der Schule gesehen, aber die meisten von euch wissen nicht viel über uns.
Auf unsere Schule, das Paul-Natorp-Gymnasium, kommt jedes Jahr ein neuer Jahrgang mit norwegischen Austauschschüler*innen, und dieses Jahr sind wir hierhergekommen. Wir wollen uns gerne bedanken für dieses Jahr! Viele von euch sind unglaublich freundlich gewesen und haben uns Willkommen geheißen. Natürlich ist es schwierig, wenn 12 ausländische Schüler auf eine Schule platziert werden. Aber ihr habt dieses Jahr für uns so schön gemacht!

Berlin ist ungefähr zehnmal größer als Oslo und war für uns immer noch unbekannt. Wir sind alle aus verschiedenen Schulen in Oslo und kannten einander kaum – alles war für uns ganz neu. Stell dir vor, du kommst in eine neue Stadt und kennst fast keinen. Was geht dann durch deinen Kopf? Natürlich waren wir alle gespannt. Wir mussten neue Leute kennenlernen und auch eine ganz neue Sprache lernen. Manche hatten sehr viele Erwartungen, manche wussten gar nicht, was sie erwarten sollten.
Zuerst ist das deutsche Schulsystem im Vergleich zum norwegischen ganz anders. In Norwegen benutzen wir PCs in jeder Stunde. Das heißt, dass man einfach den Lehrern nicht zuhört, wenn man nicht möchte. Das ist gar kein Problem, da die mündliche Aktivität in der Stunde kaum eine Rolle für die Note spielt (!) In Berlin müssen wir tatsächlich mitmachen und, wenn wir darüber nachdenken, macht es wirklich mehr Sinn. Was uns auch sehr unnatürlich vorkam, ist, dass der Lehrer der Klasse erzählt, was für eine Note jede/r Schüler*in bekommen hat. In Norwegen wäre das unmöglich.

Ein Winter ohne Schnee ist für uns sehr ungewöhnlich und darum hat die Skifahrt für uns so eine besondere Rolle gespielt. Die Skifahrt war einer der Höhepunkte dieses Jahr, besonders weil wir uns auf dieser Fahrt eng befreundet haben. Es ist etwas anderes, wenn man nicht nur während des Schultages zusammen ist, sondern für zehn ganze Tage. Zusammen zu wohnen, essen, duschen und Ski zu fahren bedeutet, dass man einander richtig gut kennenlernt. Eine solche Fahrt wäre in der norwegischen Schule überhaupt nicht möglich und darum war es ein einzigartiges Erlebnis. Als Norweger, die alle viel Ski gefahren sind, dachten wir, dass wir einen Vorteil haben sollten. Aber so war es echt nicht! Fast alle 76 Schüler konnten bereits so gut Ski fahren wie Profis. Und das bedeutete einfach, dass wir viel zu lernen hatten, und das haben wir auch wirklich gemacht. Auf dieser Fahrt haben viele ihre ersten norwegischen Wörter gelernt, als wir unser Lied „Forelska i læreren“ gesungen haben (das norwegische Geburtstagslied wurde auch ein paar mal gesungen). Wir sind dankbar für alle Leute, die wir gut kennengelernt haben, und alle Freunde, die wir nie vergessen werden.

Nach dieser Fahrt konnten wir unsere Freundschaften weiterentwickeln und den Frühling in Berlin richtig genießen. Das Wetter ist einfach schön gewesen und hat Berlin von seiner besten Seite gezeigt. Das Gefühl von einem echten Berliner ist, sich am Schlachtensee zu entspannen oder durch die Stadt Rad zu fahren, und darum müssen wir gleich Berliner werden.

Liebe Grüße
Oda, Felix und die anderen Norweger

Norweger2018

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